Chilizucht
Ernte und Verpulverung
Angesichts des grausigen Wetters, das uns der August diesjahr beschert, freut man sich, wenn sich dennoch einige Chilis dazu durchringen können, reif zu werden. Und so konnte ich heute meine erste, etwas größere Ernte einfahren. Oben: Turuncu Spiral, mittig links: Scotch Bonnet, mittig rechts: Geburtstagschili meiner Kollegen, unten links: Habanero, unten rechts: Cayenne. Die Turuncu Spiral haben wirklich eine knallorange Farbe, die Habaneros sind sehr knackig und werden bald probiert.
Gestern habe ich meine Devil’s Tongue ordentlich beerntet und insgesamt 61 Früchte herausbekommen. Damit habe ich das Dörrgerät eingeweiht, dass ich zum Geburtstag bekommen hatte. Die Früchte habe ich vorher entkernt und die Scheidewände entfernt, die die meiste Schärfe enthalten. Die für das Pulver verbleibende Schärfe ist trotzdem mehr als ausreichend, um einzuheizen. Die Kerne habe ich zum einen entfernt, um einen schönere Farbe des Pulvers zu erhalten und zum anderen für die Nachzucht im nächsten Jahr.
Die Dörrzeit betrug etwa 5 Stunden bis die Chilis trocken und brüchig waren. Anschließend habe ich sie in einer kleinen elektrischen Kaffeemühle zu sehr feinem Pulver gemahlen, das eine schöne dunkelorange Farbe aufweist. Das Aroma ist frisch, lecker fruchtig und ordentlich scharf. Da kann gekauftes Paprikapulver aus dem Supermarkt nicht annähernd mithalten.
Die Menge getrockneter Devil’s Tongue reicht für einen kleinen Gewürzstreuer.
Erste reife Chilis
Obwohl das Wetter für August nun recht bescheiden ist und der Sommer sich anscheinend im Juli komplett verausgabt hat, kann ich die ersten abreifenden Früchte bei meinen Chilis verzeichnen.
Die als kleine Pflanze gekaufte Devil’s Tongue mit ihren geschätzten 100 ausgebildeten Früchten befindet sich im Farbwechsel. Die ersten reifen Früchte waren noch klein wie Preiselbeeren und wenig scharf. Die jetzt reifenden und nun auch zungenförmigen haben es schon deutlich mehr in sich.
Die erste selbst aus dem Samen gezogene Sorte ist die Cayenne. Die Samen entstammen einer Baumarkt-Samentüte mit der Bezeichnung “Gemüsepaprika Cayenne – scharf”. Mal sehen, wie die schmecken…
Bei den Baumarkt-Cayenne lässt sich übrigens feststellen, dass hier Samen unterschiedlicher Art enthalten sein müssen. Zumindest unterscheiden sich die aus ein und derselben Samentüte entstammenden Pflanzen in ihrer Erscheinung und den Früchten teilweise erheblich voneinander. An der einen Pflanze hängen etwa 7 cm lange, hellgrüne, ein wenig gewellte, ca. 7mm dicke Früchte, während an der anderen Pflanze etwa 15 cm lange, dunkelgrüne glatte, etwa 2 cm dicke Früchte baumeln. Mal sehen, wie sich das geschmacklich bemerkbar macht
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Zwar noch nicht reif, aber unglaublich schön sind die Black Pearls. Sie machen ihrem Namen alle Ehre, denn die Früchte sehen aus wie große schwarze Perlen, die in der Sonne glänzen. Die Früchte reifen später rot ab.
Vermeidbare Fehler
Die Keimrate betrug bei fast allen Chilisorten (außer Habanero Red) 100 %, daher hatte ich irgendwann Panik, dass für die einzelnen Pflänzchen in den Torftöpfchen nicht mehr genug Platz zur Wurzelbildung gegeben ist. Also habe ich die Regel “erst pikieren, wenn das erste echte Blattpaar ausgebildet ist” ein wenig vernachlässigt und bin voreilig geworden.
Ich habe die kleinen Pflänzchen also vorzeitig pikiert und in einzelne Töpfchen gepflanzt. Dabei habe ich wohl den zweiten zentralen Fehler gemacht und zu kräftig angegossen. Die Erde hat sich anscheinend zu sehr verdichtet und nach einigen Tagen/Wochen hatte sich sogar bei einigen Pflänzchen eine moosartige Schicht gebildet.
Das hat mich bedauerlicherweise viele Pflänzchen gekostet, vor allem Jalapeños.
Nächstes Jahr bin ich schlauer… und vor allem geduldiger!
Erste Chilisorten
Als ich im Internet nach Bezugsquellen für Chilisamen gesucht habe, bin ich auf Shops gelandet, die teilweise über 500 verschiedene Sorten im Angebot hatten. Da mich das als blutiger Anfänger schier überfordert hat, habe ich mich für die erste Saison relativ eng an die in der Literatur vorgestellten Sorten gehalten.
Auf dem Zuchtplan für 2010 standen:
- Abbraccio
- Cayenne
- Habanero
- Habanero Red
- Jalapeno Conchos
- NuMex Twilight
- Turuncu Spiral
Zum Keimen wurde ein Mini-Gewächshaus und eine Heizmatte aus der Terraristik-Abteilung angeschafft, da es mir nicht möglich war, die original Heizmatte zum Gewächshaus zu bekommen. Die Matte für Terrarien erwies aber genauso gute Dienste und war zudem preisgünstiger.
Da ich sie für recht praktisch erachtete, hab ich Torftöpfchen verwendet und jedes mit 4 Samen versehen. Ich habe mich wohl durch die teilweise niedrigen Keimraten aus anderen Erfahrungsberichten verunsichern lassen, so dass ich von jeder Sorte etwa 10-12 Samen eingesetzt habe.
Chilizucht 2010 – Was bisher geschah
Chilis züchten – Wie kommt man denn darauf?
Wenn man – so wie ich – gerne mal richtig scharf isst und auch selbst scharf kochen möchte, steht man zumeist vor einem Problem: die in Deutschland im “herkömmlichen” Einzelhandel erhältlichen Chilischoten weisen vielfach nur eine geringe Schärfe auf und sind weitgehend harmlos. Einzig die eher selten erhältlichen Chili-Mix-Packungen mit variienden Inhalten enthalten vereinzelt richtig scharfe Vertreter – zu einem stolzen Preis für eine geringe Menge.
Der Besuch eines Asialadens ist meist vielversprechender. Dort erhält man zumindest Thai-Chilis für einen vernünftigen Preis. Aber eben auch nur diese Sorte.
Und so stellt man sich die Frage der Beschaffung und kommt – früher oder später – auf die Idee: dann produzier ich eben selbst.
Nachdem ich den Herbst/ Winter 2009 lang Zeit hatte, mich eingehend mit der Chili-Literatur sowie zahlreichen Websites und Blogs auseinanderzusetzen, habe ich im März 2010 meine ersten Samen eingesetzt.
Das weitere Fortschreiten meiner kleinen Zucht bis zum aktuellen Tage werde ich in den nächsten Tagen schildern.
Wetter Berlin
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Meistens bewölkt
15°C
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Mi.

18/10
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Do.

16/10
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Fr.

20/9
